|
| Wilhelm Meisters Lehrjahre 1 |
|
|
|
|
|
| |
Vierzehntes Kapitel
Das Gespräch der beiden neuen Bekannten wurde gar bald vertraut und lebhaft. Denn als Wilhelm dem niedergeschlagnen Jüngling sein Verhältnis zu den Eltern des Frauenzimmers entdeckte, sich zum Mittler anbot und selbst die besten Hoffnungen zeigte, erheiterte sich das traurige und sorgenvolle Gemüt des Gefangnen, er fühlte sich schon wieder befreit, mit seinen Schwiegereltern versöhnt, und es war nun von künftigem Erwerb und Unterkommen die Rede.
"Darüber werden Sie doch nicht in Verlegenheit sein", versetzte Wilhelm; "denn Sie scheinen mir beiderseits von der Natur bestimmt, in dem Stande, den Sie gewählt haben, Ihr Glück zu machen. Eine angenehme Gestalt, eine wohlklingende Stimme, ein gefühlvolles Herz! Können Schauspieler besser ausgestattet sein? Kann ich Ihnen mit einigen Empfehlungen dienen, so wird es mir viel Freude machen."
"Ich danke Ihnen von Herzen", versetzte der andere; "aber ich werde wohl schwerlich davon Gebrauch machen können, denn ich denke, wo möglich nicht auf das Theater zurückzukehren."
|
|
|
| |
|